Samstag, 21. Juli 2012

Schmetterling flieg! - Teil 3 - Der Umzug -

Heute werde ich Euch zum vorletzten Mal über die tolle
Aktion von Arla berichten.


Bei meinem letzten Bericht habe ich Euch bereits mitgeteilt,
dass es nicht mehr lange dauern konnte bis das die Raupen
zur Verpuppung bereit waren. Vier von fünf kletterten be-
reits zum Becherdeckel hoch, spinnten ein Gespinstpolster
und hingen sich in Form eines Js umgekehrt auf. Wie man
sehr schön erkennen kann, begibt sich die letzte Puppe
auch gerade auf den Weg nach oben.


Ab diesem Zeitpunkt ist es sehr wichtig die Puppen nicht zu
stören, da diese sehr verwundbar sind. Da sich die Puppen
etwa 7 - 14 Tage in diesem Stadium befinden bevor sie
schlüpfen, habe ich mit dem Umzug in den Brutlebens-
raum noch 4 Tage gewartet.

Natürlich habe ich mir erst alles zurechtgelegt was ich für
den Umzug benötigte.

* Brutlebensraum
* Becher mit den Puppen
* Sicherheitsnadeln
* Küchenpapier


Dann konnte es endlich losgehen. Ich habe den Deckel vor-
sichtig geöffnet...


und die Papierscheibe mit den daran befestigten Puppen
herausgenommen.


Ganz faszinierend finde ich die sogenannten "Goldspitzen",
die sich auf den Puppen befinden.


Mein Mann hat die Scheibe dann mit einer Sicherheitsnadel
am Netz des Brutlebensraums - etwa 4 cm vom Boden ver-
tikal - befestigt.


Ab dann hieß es warten. Auch wenn sich scheinbar nicht viel
tut so ist doch einiges im Innenleben der Puppen los. Altes
Raupengewebe wird zersetzt und umgeformt. Es bilden sich
völlig andersartige Zellen, Gewebe und Organe des ausge-
wachsenen Schmetterlings. Sobald sich die Puppen dunkel
färben ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass diese
noch am selben Tag schlüpfen.

Leider habe ich den Moment des Schlüpfens verpasst, weil ich
auf der Arbeit war. Mein Mann beobachtete schon fast den
ganzen Tag den Brutlebensraum aber nichts geschah. In
dem Moment, wo er etwas erledigen musste ist es dann
passiert. So kann ich Euch davon leider keine Bilder
präsentieren.

Wie man auf dem nächsten Bild erkennen kann, sickerte aus
dem Schwanz der Schmetterlinge eine rote Flüssigkeit.
Dieses nennt man Mekonium. Es handelt sich hierbei
um übrige Flügelfarbe und überlüssigem Gewebe.


Die Zeit der Fütterung konnte beginnen. Schmetterlinge
mögen gerne frisch aufgeschnittene Orangen, Äpfel und
alte Bananen. Weiterhin sollten 2 Teelöffel Zucker mit
200 ml Wasser gemischt werden. Die Nektarmischung
wird mit der Pipette auf die Blüten gesprüht. Als Alter-
native kann man ein mit Nektar getränktes Tuch auf
einen Plastikteller legen und in den Brutlebensraum
stellen.


 Wir haben die Schmetterlinge nun einige Tage in Ihrer Ent-
wicklung beobachtet und heute Nachmittag war der große
Tag, wo wir sie der Natur übergeben haben. Morgen
bekommt Ihr davon tolle Bilder zu sehen.

Kommentare:

  1. WOW !!! Das ist so faszinierend.

    Bin total traurig, dass die bei Arla uns nicht haben wollten..schnüff! Hätte ich zu gerne Annabelle gezeigt!

    Ein echtes WUNDER <3

    LG Jessy

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  2. Super Artikel. Gelebte Biologie, besonders für Kinder ein Erlebnis.

    LG Scully

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